Die Geschichte des Teppichs:

Ob für den Blickfang, Glamour oder einfach nur der Kuscheligkeit halber: Teppiche fehlen heutzutage in keinem Haushalt. Bemerkenswert ist aber auch die Geschichte des Teppichs. Denn diese heutzutage in aller Vielfalt vorfindbaren Teppiche dienten früher zu anderen Zwecken. Zudem liefern sie dem modernen Menschen Informationen über die Kunst des Handwerks.

Obwohl zu der genauen Geschichte des Teppichs nicht allzuviel gesagt werden kann, wissen wir doch schon einiges über sie. So ist der nach jetzigem Stand älteste Teppich der Welt 1947 im Südsibirisichen Pazyryktal, in der nördlichen Mongolei gefunden worden. Während der Ausgrabungen skythischer Fürstengräber stießen Archäologen auf einen Teppich besonderer Art. Dank einer konservierenden Eisschicht, die durch eine Wasserdurchdringung entstanden sein muss, war dieser Teppich über mehrere Jahrtausende sehr gut erhalten geblieben.

Untersuchungen haben ergeben, dass der Teppich aus der Zeit der Achämeniden, also ca. 559-330 v. Chr. stammt. Dieser ausgesprochen kunstvoll gestaltete Teppiche ist 1,83 x 2,00 Meter groß und beinhaltet neben geometrischen Mustern auch Elch- und Reiterdarstellungen. Auch interessant: Dieser Teppich wurde mit 36 Knoten pro Quadratzentimeter. Heute gilt ein Teppich mit 25 Knoten pro Quadratzentimeter als fein. Dieser Aspekt deutet darauf hin, dass der Pasyryk-Teppich nicht der erste geknüpfte Teppich in diesem Universum sein kann. Das Teppichknüpfen muss also schon vorher eine lange Tradition gehabt haben. Bislang wurde allerdings kein älterer Teppich entdeckt.

 

Teppiche als Wandschmuck:

In seiner Frühzeit hatte der Teppich ganz andere (Haupt-) Funktionen im Vergleich zur Gegenwart. Während wir heute mit Teppichen Produkte assoziieren, die auf dem Boden ausgerollt werden und auf denen Menschen v.a. herumlaufen können, war dies in der Frühzeit des Teppichs nicht der Fall. Dort wurden Teppiche beispielsweise als Zeltvorhang, Behälter in Form von Satteltaschen, Wandbekleidung, Decken oder Schutz vor den harten Winterbedingungen genutzt.Später dienten sie insbesondere bei Herrschern aus den Orient-Regionen als repräsentative Schmuckstücke, was auch vor allem die orientalischen Teppiche und deren vielfältige Muster hervorgebracht hat. Mit der sogenannten Knüpfkunst hat sich im zentralasiatischen Raum eine spezielle Art der Teppichproduktion entwickelt. Diese in der Herstellung sehr komplizierten geknüpften Teppiche sind mit der Völkerwanderung von Turkstämmen bis in die heutige Türkei vorgedrungen.

 

Seldschuken-Teppiche bekommen:

Die vermutlich zweitältesten Teppiche stammen nach jetzigem Kenntnisstand aus der Zeit zwischen dem 3. und 6. Jahrhundert. Ferner gibt es viele andere Teppiche aus der dem 13. Und 14. Jahrhundert. Besondere Aufmerksamkeit erlangten aber die die Seldschuken-Teppiche aus dem 13. Jahrhundert, die mit seiner Schönheit und Qualität selbst den weltreisenden Händler Marco Polo beeindruckten. In seinem Reisetagebuch schreibt der venezianische Händler: „…und hier stellt man die schönsten Seidenstoffe und Teppiche der Welt her, und in den schönsten Farben.” Viele Teppiche kamen schon im Mittelalter durch Kreuzritter nach Europa.

Geschäftsmänner brachten diese Teppiche vorerst als Geschenke und später als Handelsprodukte nach Europa. Auch in späteren Jahren berichten andere Händler und Kaufmänner von diesen Teppichen und rücken ins Augenlicht für den Handel. Mit Hilfe von Handelsstraßen nach Europa kamen diese Produkte dann auch spätestens im 17. Jahrhundert nach Europa, was auch allmählich die Teppichherstellung in Europa angekurbelt hat. Im 16. Jahrhunderte entwickelte sich das Teppichknüpfen weiter. Diese Kunst wurde insbesondere in persischen und indischen Hofknüpferein angewandt. Zu dieser Zeit entstand beispielsweise auch ein Teppich, an dem fünf Weber knapp über mehrere Jahre arbeiteten. Auch interessant: Die Geschichte der persischen Teppiche! Follow us!